Ein Naturparadies - Sportlich in der Slowakei
Was für ein Anblick
Nach einem Monat in Polen fahre ich Richtung Süden in die Slowakei und mir klappt bei der Bergkulisse im Hintergrund der Mund auf. Die hohe Tatra thront auch schon Anfang Oktober majestätisch mit schneebedeckten Gipfeln am Horizont. Die ersten Nächte verbringe ich zwischen grünen Wiesen und
dichten Nadelwäldern auf der Ebene der niederen Tatra und bin überrascht, wie viel kälter es hier im Gegensatz zur polnischen Seite des Gebirges ist. Bei den Minusgraden fürchte ich sogar, dass meine Wasserleitungen zufrieren könnten, aber Gott sei Dank wärmt es sich tagsüber in der Sonne wieder etwas auf.
↑ Blick auf die Hohe Tatra, Slowakei
Born to be outside
Die atemberaubende Natur im Slowakischen Paradies und den anderen Nationalparks (zum Beispiel den drei historischen Gebirgszügen Tatra, Fatra und Matra, die als Symbol für den nördlichen Teil des Königreichs Ungarn (heutige Slowakei) gelten und als Drei-Berge-Motiv im Wappen der Slowakei dargestellt werden) lädt zum Sport im Freien ein. Ich wandere durch Schluchten, auf Felsklippen, durch unberührte Wälder, fahre mit dem Rad zwischen
Schafherden auf Bergwiesen hindurch. Und ich bin – wie sollte es bei diesen zahlreichen postkartentauglichen Outdoorkulissen auch anders sein – nicht alleine. Direkt beim Überfahren der Grenze fällt mir auf, wie viele Menschen draußen sportlich unterwegs sind. Ein fittes und sehr freundliches Volk, das die Vorzüge seines Landes offensichtlich zu schätzen und genießen weiß. Hier wird gejoggt, gewandert, geklettert, Ski gefahren und natürlich geradelt, was das Zeug hält.
↑ Aussichtspunkt „Tomášovsky-ýhľad“, Slowakei
Das Fahrradnetz
Das Fahrradnetz in der Slowakei befindet sich in einer dynamischen Entwicklungsphase: Während Hauptrouten entlang der Donau hervorragend ausgebaut sind, gibt es im ländlichen Raum und in bergigen Regionen noch recht große Lücken, die jedoch durch staatliche Investitionen bis 2026 geschlossen werden sollen.
Die EuroVelo 6 (Donauradweg und eine der Hauptadern des slowakischen Fahrradnetzes) ist ein Highlight, besonders der Abschnitt Bratislava–ungarische Grenze ist bestens ausgebaut, asphaltiert und vom Autoverkehr getrennt. Auch der EuroVelo 11 (Ost-Europa-Route) durch die Pieninen und in der Nähe von Košice ist ein bedeutender Teil des Netzes.
Dein nächstes Reiseziel?
Die Slowakei investiert weiterhin große Summen, um die Infrastruktur für Radsportler*innen sicherer und attraktiver zu machen. Von meiner Seite geht eine dicke Empfehlung raus, den nächsten Urlaub in diesem faszinierenden Land zu planen. Die Hauptstadt Bratislava liegt direkt an der österreichischen Grenze und hat wie große Teile des Landes viele Einflüsse dessen abbekommen.
Eine sehr schöne Stadt, aber das Land hat so viel mehr zu bieten. Authentischer und ursprünglicher geht es in kleineren Perlen wie Banská Štiavnica, Košice oder dem geheimnisvollen Dorf der bemalten Holzhäuser Čičmany zu. Auch wer gerne Burgen und Schlösser besichtigt, kommt auf alle Fälle auf seine Kosten, denn hier gibt es reichlich davon.
↑ Banská Štiavnica, Slowakei
Ich werde garantiert wiederkommen!
Wenn ich so rückblickend an meine Reise durch die Slowakei denke, war sie leider viel zu kurz. Ich hätte direkt Lust, wieder dort hinzudüsen und mit Skiern und Mountainbike im Gepäck mehr zu entdecken.
Überlegt's euch, liebe Abenteuerfreunde.
Bis dahin und frohes Radeln!
Eure Larry
"Auf meiner Reise quer über den Kontinent nehme ich unter die Lupe, was das Fahrrad in anderen Kulturen und Nationen für eine Bedeutung hat."